Donnerstag, 01.04.2010: GenussCachen in Strasbourg – Tag 2
Nachdem Katja am Abend vorher noch in der Hotelbar die 22 gestrigen Caches geloggt hatte, haben wir es uns heute gegönnt ein wenig auszuschlafen. Zum Glück durften wir unser Cachemobil (wir erinnern: Es stand immer noch im Parkverbot vor einem Hydranten und ragte halb in die Straße…) noch für den Tag stehen lassen. Das Gepäck war schnell verstaut und die letzten Rechnungen vom Vorabend bezahlt und schon konnte es losgehen zum zweiten Tag in Strasbourg. Das Wetter war ganz in Ordnung, nur war es etwas kälter geworden als am Vortag.
Los ging es dann in der Innenstadt in der Kathedrale mit „Le Jugement de Salomon„. Das ging dann auch grad gut los… Wir haben die Kathedrale nach mind. 3 amerikanischen Reisegruppen betreten. Ein Durchkommen war praktisch unmöglich. Da die Reiseführer alles ganz genau erklärt haben, brauchten die auch entsprechend lange um sich weiter zu bewegen. Zum Glück ist die Kathedrale von Strasbourg wirklich einen Besuch und einer genaueren Betrachtung wert. So haben wir uns ganz den schönen Fenstern widmen können (sofern uns die Reisegruppen einen Blick gewährten) und irgendwann waren auch alle endlich vor der bemerkenswerten, astronomischen Uhr vor dem Südportal versammelt.
Wir hatten nun endlich Ruhe und die Möglichkeit uns dem Studium der Fenster (um die geht es in dem Cache) zu widmen. (Dafür war es nun unmöglich zur astronomischen Uhr, einem wahren Kunstwerk der Feinmchanik, vorzudringen.) Also haben wir eine Runde durch die Kathedrale gedreht und keines der abgebildeten, bzw. beschriebenen Fenster gefunden. Der Tag ging gut los. Also zweite Runde. Zum Glück saß an einem Tisch an der Seite ein Priester, bei dem man bei Bedarf beichten konnte… Also haben wir kurzerhand versucht einen Insidertip zu bekommen. Der Pater war sehr nett, hat sich die Bilder auf unseren Ausdrucken betrachtet, war sich aber auch nicht so ganz sicher. Die erste Stelle, die er uns als Position gesagt hatte, war leider nicht die Richtige. Aber noch bevor wir (3. Runde durch die Kathedrale) aufgeben konnten, kam er uns plötzlich entgegen, da er die gesuchten Fenster gefunden hatte. Auf dem Weg hat er uns noch einige sehr interessante Details über Alter und Restaurierung der Kirchenfenster erzählt und war ganz glücklich, uns doch noch geholfen zu haben. Mit dem Wissen um die vermutlichen Lösungen verließen wir in bester Stimmung den Dom und versuchten uns an der Berechnung. Der Endpunkt lag über 500m weit weg. Hmm… Fehler in der Lösung? Der Weg war uns erst mal zu weit, um zu überprüfen, ob sich da eine Dose befindet.
Also sind wir erst mal den zweiten Cache auf unserer Liste angegangen, den Promenade insolite autour de Notre Dame, einen kleinen, sehr interesannten Multi rund um die Kathedrale in Form einer Stadtführung mit sehr interessanten Informationen zu den historischen Gebäuden. Und wie kann es nicht anders sein, haben wir bei einem Gebäude mitten im Cache die notwendige Zahl nicht ermitteln können. Der Zweite heute erst mal ohne korrekte Endkoordinate. Das ging gut los, gestern hatten wir zur selben Uhrzeit schon 3 Dosen loggen können. Okay, Cache nummero 2 ist von Sainto. Bis jetzt waren alle seine Finale nie so sehr weit weg… Da der Wert für die fehlende Zahl nur zwischen 0 und 9 liegen konnte, mussten wir es halt einfach ausprobieren. Der erste Versuch war nicht gut von der Lage her, aber der zweite Versuch kam den typischen Finalen schon mal näher. Und inzwischen hatten wir ja Übung im Aufspüren seiner Dosen. Tatsächlich! Hier verbarg sie sich! Endlich doch noch ein Fund an diesem Tag!
Nun konnten wir beruhigt erst mal zu Paul, zum Frühstücken, gehen. Bei Milchkaffe, Schokocrossaint und Orangensaft überlegt es sich besser und so dachten wir noch mal über den Herrn Salomon nach und probierten hier auch die eine oder andere Lösung aus. Zum Glück lagen alle in Frage kommenden Koordinaten zwischen Paul und dem nächsten Cache! Also konnten wir auf dem Weg einfach alle Finalkoordinaten absuchen. Die eine oder andere hat sich schon dadurch erledigt, dass sie in einem Haus oder im Fluss lag. Aber plötzlich kamen wir an einen Punkt, der in Frage kam und auf den der Hint gepasst hat! Und tatsächlich, da war auch eine Dose! Wir waren zwar damit immernoch hinter den Fundzahlen des Vortages, aber wenigstens haben wir überhaupt was gefunden!
Gut gelaunt konnte uns Weihnachtsmuffeln auch die dritte Cachelocation nichts mehr anhaben, der „Marché de Noël perpétuel„, ein Geschäft im wunderschönen Petite France, dass das ganze Jahr über Weihnachtsartikel verkauft. Bei uns beginnt die Weihnachtssaison in den Geschäften wenigstens erst NACH Ostern
. Nun liefs wieder gut und wir konnten zügig weiterziehen zu „Vue sur Notre Dame „Hors Série„.
Hier hat ein Strasbourger Hotelier die Kathedrale in Bundsandstein im Maßstab 1:50 nachbauen lassen und sie in seiner Hotelhalle aufgestellt. Ein beeindruckendes Kunstwerk, das eine genauere Betrachtung verdient. Die Angestellten des Hotels waren sehr, sehr freundlich und haben sogar noch ein Bild von uns vor dem „Miniaturdom“ aufgenommen. Und hier nahm das Drama dann wieder seinen Lauf. Irgendwie wollte es heute nicht so richtig klappen mit den Caches. Die errechnete Koordinate für das Final wäre nur als T5 erreichbar gewesen. Also sind wir ein wenig herumgeirrt, haben die Berechnungen 3 mal überprüft, zuletzt sogar noch mit dem Taschenrechner, aber es half nichts. Wir kamen nicht näher als 35m an das Finale heran.
Letzte Möglichkeit: Logs lesen. Anscheinend waren wir nicht die Ersten mit diesem Problem und aus den Beschreibungen, wie schwierig es war an die Dose zu gelangen, konnten wir feststellen, dass wir so verkehrt nicht sein konnten. Also haben wir noch ein wenig weitergesucht und plötzlich stach uns die Dose regelrecht ins Auge! Zwar ca. 50m im off, aber egal, gefunden ist gefunden
.
Weiter ging es des Wegs zur „Ponts Couverts„, die laut Katja, die früher ein paar Jahre in der Nähe von Strasbourg gearbeitet hat, im Sommer ein Ort für ein Fest mit schönem Feuerwerk ist/war. Und weil es gerade so schön ging, sind wir gleich noch zu einem Tradi „L’ENA en prison…„. Bei der Suche nach der Dose haben uns Unmengen französische Polizisten (passend zum Cachenamen) Deckung gegeben. Die waren so im Gespräch vertieft, dass sie sich auf die Vorgänge um sich herum nicht geachtet haben. Schuhebinden kann man sich ja nun mal überall
. Verlassen wir nun die Tradis erst einmal wieder und wenden uns der schon bekannten Serie „Strasbourg Ferveur“ zu.
Vorbei an „St Pierre-le-Vx & St Jean“ ging es zu der sehr schönen Kirche „Saint Pierre le Jeune protestante„, die von einigen sehr sehenswerten Figuren geziert wird. Z.B. ist es eine Aufgabe, die Figur, die einen Schuh in der Hand hält zu suchen.
Verlassen wir nun die Kirchen und wenden uns wieder den Jugendstilgebäuden zu. Bei „Art Nouveau 17„, mitten in der Innenstadt, haben wir uns erst mal regelrecht verpeilt. Soviel sei als Spoiler verraten: Der Cache ist nicht (!) im Mülleimer. Nach der Korrektur der Richtung war es dann kein Problem mehr und wir konnten in die Straßenbahn einsteigen, die uns in die Nähe von „Art Nouveau 8“ einem sehr schönen Gebäude, mit einer Bemalung im Stil alter, ägyptischer Tempel, brachte. Für Ägyptenliebhaber wie uns: ein Muss!
Nach „Art Nouveau 15“ verließen uns dann die Kräfte. Zum Glück gibt es hier eine Bushaltestelle und so liessen wir uns ganz bequem zu unserem nächsten Ziel „Art Nouveau 12“ fahren. Anschließend ging es dann zurück zum Hotel, um unser Auto abzuholen und uns langsam wieder auf die Rückfahrt zu begeben. Aber zuerst sind wir noch bei „Art Nouveau 13“ vorbeigefahren. Zum Glück gab es hier gleich einen (kostenlosen) Parkplatz. Dieser Cache liegt ein wenig verteilt und die zwei Stages sind ca. 250m voneinender entfernt. Auch das berechnete Finale war diesmal weiter weg als bei Sainto üblich… War die Übersetzung falsch? Haben wir uns verzählt? Wir konnten keinen Fehler erkennen. Eigentlich wollten wir hier dann entmutigt zum Einkaufen fahren. Aber zuerst sind wir noch mal zurück zur ersten Stage. Auch hier konnten wir keinen Fehler feststellen. Mit dem Auto war es ja kein Problem zumindest an der Finalkoordinaten mal vorbeizuschauen. Und tatsächlich! Unerwarteterweise war hier das Objekt vom Spoilerfoto zu finden, und natürlich daraufhin auch die Dose
.
Wieder ermutigt, haben wir uns dann noch den „Art Nouveau 14“ vorgenommen. Dabei haben wir ganz in der Nähe des „Le Ver Solitaire“ geparkt. Da uns dieser Cache wegen des lustigen Bildes im Listing (mehr stand da auch nicht drin) noch bekannt war, gab es zuvor noch einen kleinen Abstecher zu dem Wurm, der sich hier durch die Landschaft windet. Das Final von AN14 war wieder ein wenig weit von den Stages entfernt, aber es war von der Lage her möglich. Außerdem führte unsere Autotrackspur am Cachefinale vorbei… Wenn man das mal vorher gewusst hätte. Also wieder einer Runde durch den Einbahnstraßendschungel von Strasbourg gedreht und tatsächlich fand sich hier eine Cachedose. Und eine Großfamilie von 9 Bisamratten, die sich in einem angrenzenden Garten den Bauch vollschlug.
Nun hatten wir genug gecached und wir wollten noch ein wenig Cash im Auchan in Illkirch loswerden. Den Weg kreuzte uns noch ein Tradi (Pont du Contades), den wir unmöglich so einsam und verlassen am Straßenrand liegen lassen konnten. Nach einem Speedeinkauf (wir hatten nur noch 45 min bis Geschäftsschluss (was die einkaufenden Einheimischen nicht zu einer übertriebenen Hektik verleiten konnte) konnten wir noch an einem zuvor gelösten Mystery „Foie Gras de Strasbourg“ vorbeifahren. Hier geht es um die Entstehung der Foie Gras, die in Strasbourg wiederentdeckt und so ihren Siegeszug durch Frankreich und die Welt angetreten haben soll. So können wir sagen, dass unser letzter Cache an diesem Tag ganz und gar im Zeichen des Genusscachens stand (Bitte hier keine Diskussionen über Foie Gras anfangen, wir haben auch keine eingekauft!).
In die Beschreibung sind zwei Mysteries, die wir irgendwo unterwegs noch geloggt haben, nicht mit einbezogen, um den Spaß am Rätseln und Suchen nicht zu verderben. Der erste ist „Egypto-logis strasbourgeois?„, der schnell zu lösen war. Wenn man an der Finalkoordinate ankommt, erkennt man hier sofort, das man einfach richtig sein muss. Beim zweiten hatten wir ein wenig mehr Probleme. Zuerst wollte uns der Geochecker von „Vue sur Notre Dame #4 : Arc en ciel“ die Koordinaten nicht als korrekt bestätigen, später hat’s dann funktioniert (wer weiss, was wir für einen Fehler eingebaut hatten in die Lösung)… und dann wollte uns weder die Beschreibung noch der Hint helfen die Stage vor Ort mit der Finallocation zu finden. Ein Blick in die Logs hat allerdings gezeigt, dass wir nicht die Einzigen sind, die hier Probleme haben. Also haben wir einfach auf gut Glück an der für uns am geeignetsten erscheinenden Stelle angefangen zu suchen und siehe da! Da war tatsächlich auch die Dose
. Und sie war groß genug den Travelbug, der uns auf dem letzten Event übriggeblieben war, aufzunehmen. Des weiteren haben wir einen Multi nicht gefunden, wahrscheinlich wegen Unklarheiten in der Übersetzung und einen Tradi, an dem uns der Hint nicht weitergeholfen hat und zum Suchen standen einfach zu viele Menschen herum (muss man sich vorstellen, wir die Muggelalarm-Caches in Speyer).
Und so konnten wir nach gefunden 4 Tradis, 3 Mysteries und 12 Multis an diesem Tag zufrieden, entspannt, mit wehen Füßen und einem Muskelkater die Heimreise in die Pfalz antreten und uns genüßlich auf die mitgebrachten Speisen für das Osterwochenende freuen.
Unser persönliches Fazit: Strasbourg ist absolut eine Reise wert! Es ist eine wunderschöne Stadt mit tollen Caches, viel Information und Spaß! Und noch dazu eine gute Gelegenheit genüsslich die architektonischen und kulturellen Highlights abseits der Touristenpfade zu erkunden! Und wer nicht so gerne läuft, die Tageskarte für den ÖPNV kostet 5,20€ und gilt für bis zu 3 Personen!