Die Westpfälzer Geocacher (Gruß von hier an dieser Stelle) hatten eine prima Idee: Die Rettungspunkte, die es in ganz Rheinland-Pfalz gibt, kann man ab sofort dank der Handarbeit der blauen Elefanten als GPX-Datei oder als GPI-Datei auf den Rechner und / oder auf den GPSr laden. Eine schöne Sache.
Doch was sind die Rettungspunkte überhaupt?

Die Rettungspunktschilder (siehe Foto) sind ein Teil der Rettungskarten. Landesforsten schreibt hierzu:
Rettungskarte Rheinland-Pfalz
Die Rettungskarte Rheinland-Pfalz wurde von den Landesforsten Rheinland-Pfalz ursprünglich unter dem Begriff “Rettungskarte Forst” für die forstspezifische Verwendung entwickelt. Die Notwendigkeit hierzu ergab sich aus der Tatsache heraus, dass die Waldarbeiter einem erhöhten Unfallrisiko bei einer in aller Regel gegebenen schlechten Erreichbarkeit der Notfallstellen ausgesetzt sind. So sind die Forstbetriebe im Land Rheinland-Pfalz durch die Unfallverhütungsvorschrift “Erste Hilfe” verpflichtet, unter Berücksichtigung der betrieblichen Verhältnisse durch Meldeeinrichtungen und organisatorische Maßnahmen dafür Sorge zu tragen, dass unverzüglich die notwendige fachkundige Hilfe herbeigerufen und an den Unfallort geleitet werden kann.
In den Rettungskarten auf Basis der digitalen topographischen Karten 1:25.000 (D T K) werden neben den Gauß-Krüger-Koordinaten, dem U T M -Gitter und den Höheninformationen die Rettungswege, gegliedert nach öffentlichen Straßen, ganzjährig und bedingt befahrbaren Wegen, sowie die Anfahrtspunkte (vierstellige Karten- und dreistellige Rettungspunkt-Nummer) für die Rettungsfahrzeuge dargestellt. Einige Anfahrtspunkte, in deren unmittelbarer Nähe kein eindeutig erkennbares Objekt (zum Beispiel Schutzhütte, Parkplatz) vorhanden ist, sind mit Schildern ausgewiesen.
Die Rettungskarte soll künftig sowohl dem Rettungs- und Sanitätsdienst, als auch dem Brand- und Katastrophenschutz, inklusive der Schnelleinsatzgruppen als Einsatz- und Führungsmittel dienen. Die Rettungskarte Rheinland-Pfalz kann auch von Bürgern beim Landesamt für Vermessung und Geobasisinformation in Koblenz käuflich erworben werden. Dabei ist zu beachten, dass bei einem Unfallereignis im Wald nur dann ein Nutzen hinsichtlich einer zielgerichteteren, schnelleren Rettung durch den amtlichen Rettungsdienst gegeben ist, wenn die Originalkarten mit allen Informationen verwendet und der Ablauf der „Rettungskette Forst“ eingehalten werden.
Und wie funktioniert’s?
Ablauf der “Rettungskette Forst”

- ACHTUNG! Nicht jeder Anfahrpunkt befindet sich in einem vom Mobilfunk ausgeleuchteten Gebiet.
Die Schilder dienen in erster Linie einem betriebsinternen Rettungsleitsystem.
Beim Unfall sind zunächst Sofortmaßnahmen der Ersten Hilfe zu leisten (zum Beispiel stabile Seitenlage, blutstillende Maßnahmen). Danach wird der Notruf mittels Funktelefon direkt an die zuständige Rettungsleitstelle abgesetzt. Hierbei gilt es zu beachten, dass viele der Rettungspunkte mobilfunktechnisch nicht ausgeleuchtet sind, d. h. dass häufig am realen Standort des Rettungspunktes keine Notrufabsetzung möglich ist. Der Rettungsleitstelle werden die siebenstellige Nummer des “Anfahrpunktes” sowie der Ort aus der Karte, die am nächsten zum Unfallort liegen, mitgeteilt. Es wird angegeben, ob am Anfahrpunkt ein Lotse die weitere Leitung des Rettungsfahrzeuges übernimmt sowie die technische Unterstützung der Feuerwehr erforderlich ist. Ist kein Loste vorhanden, wird die weitere Route vom Anfahrpunkt zum Unfallort an Hand von Merkmalen in der Karte der Rettungsleitstelle beschrieben. Wenn möglich, sollte jedoch ein Lotse zur Verfügung gestellt werden.
Die Rettungsleitstelle setzt das Rettungsfahrzeug ein, informiert gegebenenfalls auch die örtliche Feuerwehr und leitet es über BOS-Funk zum “Anfahrpunkt”. Als Hilfsmittel für die Anfahrt benutzt die Rettungsmannschaft die an Bord befindliche Rettungskarte Rheinland-Pfalz und orientiert sich an den in der Karte farblich markierten Wegen.
Die Fahrt im Wald erfolgt zunächst immer mit Martinshorn damit die Anfahrt gehört werden kann. Am “Anfahrpunkt” wird das Martinshorn ausgeschaltet. Zu diesem Zeitpunkt sollte man sich am Unfallort mit akustischen Mitteln bemerkbar machen. Die Waldarbeiter benutzen dazu eine Kompressorfanfare. Die akustischen Signale werden von der Rettungsmannschaft mit dem Martinshorn bestätigt und die Fahrt zum Unfallort wird, wenn möglich, fortgesetzt. Zu diesem Zeitpunkt ist es sinnvoll, der Rettungsmannschaft entgegenzugehen und sie zum Unfallort zu leiten.
Links:
Direktlink zu den Dateien auf geocaching-westpfalz.de


Naja, das war mit ein paar Minuten googeln und ein bissel Erfahrung mit den Karten aus meinem zweiten Leben schnell erledigt. Der Dank gilt vor allem den Hinter…ähh Westpfälzern
, die das so toll umgesetzt haben.
mensch, das ist nun aber umfassend erklärt. besser wohl als im Wiki-Artikel (http://de.wikipedia.org/wiki/Rettungspunkt)
D.h. für mich das ich demnächst mal auf diesen Beitrag verlinken (und natürlich auf die Pfalz Cacher) werde anstatt alles erneut zu erklären.
Die Bemühungen der Rheinländer und Pfälzer
um eine vollständige Auflistung samt Koordinaten, haben mir die örtlichen RuSIS-Rettungstafeln in Erinnerung gebracht. Als “RuhrStandortIndormationsSystem” stehen sie der Ruhr entlang, insbesondere in den Naherholungsbreichen.
Das Rettungstafeln nicht nur eine Randnotiz der örtlichen Pressemitteilungen sind, zeigte mein heutiger Erstghelfer-Auffrischungslehrgang. Bei der örtlichen Feuerwehr, die dieses RuSIS System mit aufgebaut hat, hat sich der praktische Nutzen schon mehrfach gezeigt.
Gruß zurück