Aha, die Tourismusbranche kommt so langsam auch hier bei uns in der Gegend auf den Geschmack. Anbei einen Artikel aus der heutigen Ausgabe der RHEINPFALZ. Allerdings sollte man sich nicht allzuviel davon erhoffen, denn im diesjährigen Herbsturlaub waren wir am Tegernsee, wo die dortige Tourismusverwaltung auch so etwas anbietet. Man versprach auf einem Plakat: “Gehen sie mit den modernsten Satellitenempfängern auf Schatzsuche”. Das ließ ich mir nicht zweimal sagen und erkundigte mich, natürlich als Unwissender
, nach den Modalitäten. Man gab mir nach einigen ratlosen Momenten (die Kollegin, die das macht, ist heute nicht da) ein gelbes ETREX (ohne H) und versuchte mir auf einer laminierten Kurzbedienungsanleitung erfolglos zu zeigen, wie man die eingespeicherten Wanderungen aufrufen kann. Auf meine Nachfrage, was denn mit der angepriesenen Schatzsuche sei, gab es folgende Antwort: “Die gibt es nicht mehr, das sei vorbei”
Also hier der Artikel, mal schauen, was man vor Ort daraus macht:
Schätze suchen im Rebenmeer
BAD DÜRKHEIM: Ab Herbst will die Stadt elektronische Schnitzeljagd auf „Geo-Erlebnis-Pfad” durch Wingert anbieten – 35.000 Euro
Ein „Geo-Erlebnis-Pfad” soll die Weinkulturlandschaft Bad Dürkheims ab dem Spätjahr 2010 in all ihren Facetten darstellen. Bürgermeister Wolfgang Lutz und Gerrit Altes, Leiter der Tourist-Info, stellten das Konzept des Rundweges am Donnerstag im Rathaus vor. „Sahnehäubchen” wird eine elektronische Schnitzeljagd mit Hilfe von GPS-Empfängern, ganz nach dem Motto: „Schatzinsel im Rebenmeer”. 25.000 Euro seien für den Erlebnis-Pfad vorgesehen, die Erstausrüstung mit GPS-Geräten belaufe sich auf etwa 10.000 Euro.
Die „sensationelle Großlandschaft um die Kurstadt” biete nicht nur Wissens-Schätze, so Altes. Die Möglichkeit zu einer elektronischen Schnitzeljagd runde das neuartige Erlebnispaket ab und locke auch an Technik interessierte Jugendliche („Play Station-Generation”). Mit GPS-Empfängern ausgestattet können sich Schatzjäger – zunächst angemeldete Gruppen – nach einer technischen Einweisung auf Schatzsuche auf den „Geo-Erlebnis-Pfad” begeben. Nach und nach ermitteln sie durch das Lösen von Rätselfragen auf den Tafeln entlang der Route die nötigen Ziffern für die Breiten- und Längengradkoordinaten. Diese geben dann die Lage des „Schatzes” an, der – so die Planung – durchaus auch im Gelände versteckt sein kann. Gedacht ist, dass Unternehmen aus Bad Dürkheim, der Pfalz und der gesamten Metropolregion Rhein-Neckar zum Beispiel Gutscheine für die Schatzkiste zur Verfügung stellen können. Die Erstausstattung an GPS-Empfängern belaufe sich auf etwa 10.000 Euro – eine Summe, die laut Bürgermeister Wolfgang Lutz auch über mehrere Jahre verteilt werden könne. Ein Gerät koste je nach technischer Ausstattung zwischen 70 und 300 Euro.
Grundlage für die Jagd nach dem Schatz ist aber der „Geo-Erlebnis-Pfad”. Angelehnt an die Idee eines Weinlehrpfades – aber mit einem Erlebniswert, der laut Altes weit über den eines solchen hinausgeht – möchte die Stadt ein weiteres touristisches Angebot schaffen. Der „Geo-Erlebnis-Pfad” soll zwischen sieben und zehn Kilometer lang werden – die genaue Länge ist bislang noch nicht festgelegt – und durch Bad Dürkheims bekannte Weinlagen Michelsberg, Spielberg, Herrenberg und Weilberg sowie vorbei an kulturellen Gütern wie der Römervilla bei Ungstein führen. Mit Infotafeln wird über die drei Themengebiete Wein, Geschichte sowie Geologie und Klima informiert.
Für Bürgermeister Wolfgang Lutz hat die Idee des Rundweges etwas Faszinierendes. „So können wir den einmaligen Reichtum der Landschaft und die atemberaubende Szenerie – beispielsweise rund um den Michelsberg – gebührend in Szene setzen”, meinte er. 25.000 Euro soll das Projekt kosten, Lutz hofft auch auf Zuschüsse des Landes und auf Sponsoren. „Wir haben das innovative Konzept an das Wirtschaftsministerium weitergegeben”, sagte er. Auch Unternehmen und verschiedene Vereine fänden die Idee reizvoll.
Wieso ist der Boden hier gelb und dort drüben rot? Woher kommen die Namen der Weinlagen? Was haben die uralten Inschriften am Steinbruch Kriemhildenstuhl zu bedeuten? Drei Beispielfragen, über die der „Geo-Erlebnis-Pfad” auf einfache und verständliche Weise Antworten geben will. „Wir wollen Wissen nicht trocken vermitteln”, so Altes zur Idee. Jeder Neugierige, gleich ob jung oder alt, soll mit dem Rundweg angesprochen und in die Natur gelockt werden. (svw)
SCHAEDB1
Quelle:
Verlag: DIE RHEINPFALZ
Publikation: Bad Dürkheimer Zeitung
Ausgabe: Nr.295
Datum: Samstag, den 19. Dezember 2009
[...] zu Verfügung zu stellen auf dem eine legale Abfahrtstrecke für MTBs errichtet werden kann. Am Geld kann ja nicht liegen… “Störende” Elemente in der gewünschten Konsumgesellschaft [...]
Noch mal ich… leider habe ich das vergessen im letzten Post zu erwähnen: Geocachen lebt doch wie das Mountainbiken von den Leuten die es betreiben. Wer bitte “sucht” einen Cache der so ausgetrampelt ist das man auch kein GPS mehr dafür benötigt?
Ich als Mountainbiker freue mich natürlich um so mehr, dass für solche Dinge Geld im Überfluss vorhanden zu sein scheint und wir seit Jahren um eine legale Abfahrtstrecke kämpfen die die Komune genau 0 EUR kostet. Es müsste lediglich ein Waldgelände zu Verfügung gestellt werden… Für mich ist diese Geldverbrennung total unverständlich und das ganze klingt für mich sehr nach einem Projekt das ein einzelner Machthaber durchgeboxt hat. Sowas kennt man ja…
Wie es der Zufall will hatte ich heute auch gerade die Rheinpfalz in der Hand und überlegt ob ich darüber bloggen soll
DÜW hat offensichtlich zuviel Geld. 10k Euro für GPS Geräte, erwarten die etwa, daß die ganzen Kurtouris die alle klauen oder kaputt machen? Ich würde gerne mal deren Kosten-Ertragsrechnung dazu sehen …
Grundsätzlich würde ja für meinen Geschmack nichts gegen einen gut gestalteten Geotrail sprechen, der fachgerecht an das Thema heranführt. Aber wenn Kommerz und Muggelfischen zusammenkommen beginnen sich bei mir große Fragezeichen im Gehirn zu bilden …